„DANKE, DASS IHR PERU BEREIST “

Wieder zurück in Cusco war es fast wie „nach Hause“ kommen und wir haben uns auf dem Platz von Helmie, Gonna und Nino länger als geplant sehr wohl gefühlt. Schließlich haben wir dann doch den beiden und Cusco „adieu“ gesagt und uns auf die Fahrt durch das peruanische Hochland begeben. Als grobes Ziel hatten wir uns für diesen Fahrtag das Erreichen der Cordillera de Huanz gesetzt und mussten merken, dass es selbst mit den groben Zielen so eine Sache in Peru ist.

Der Plan funktionierte hinten und vorne nicht, da es auf dieser Hauptverbindungsstrecke zur Küste einen Erdrutsch gegeben hatte und wir uns in die Schlange der wartenden Autos einreihen mussten. Als hätten wir ein Wiedersehen mit alten Freunden, versuchten auch hier einige Männer den unglücklich eingegrabenen LKW samt Hänger herauszuschaufeln und uns blieb nichts anderes übrig, als zu Beobachten und zu Warten. Zwei Stunden später hatte der Lastzug noch immer keine Chance auf Befreiung, doch zum Glück sahen wir über die zahlreichen Serpentinen vom Tal herauf einen Bagger anschleichen. So langsam er an die Unglücksstelle herankam, umso schneller hatte er die Erdmassen bewegt und die Bahn für den Verkehr frei geräumt. Wann und wie sich der LKW befreit hat, wissen wir nicht und hatten auch kein Interesse dieses Ergebnis mitzuerleben.

Immerhin wurde es bald dunkel und wir mussten uns in der Nähe nach einem Übernachtungsplatz umschauen. Den fanden wir etwas abseits der Straße auf der Passhöhe in 4050 Meter mit riesigen Kartoffelfeldern in der direkten Nachbarschaft. Auf 4000 Meter!!!

Nachdem wir uns das Wachstum in dieser Höhe auch am nächsten Morgen noch nicht recht erklären konnten, kam die Lösung nach dem Frühstück. Hernan, einer der Arbeiter auf dem Feld (die früh am Morgen schon fleißig waren) kam zu uns herüber, um uns zu begrüßen und uns über die Kartoffelsorten aufzuklären. Am Ende bedankte er sich sogar, dass wir Peru bereisen! Wieder einmal eine tolle Begegnung.

Durch das Hochland der Anden ging die Fahrt vorbei an vielen Lamas, Alpakas und sogar Vicunas, durch bewirtschaftete Täler und einsame Höhen über 4000 Meter bis wir schließlich in Nasca angekommen sind.

Das Interessante an Nasca sind die Geoglyphen, die in einem 700 qkm großen Gebiet in den Boden der regenlosen Pampa eingekratzt wurden, wobei eine Figur eine Länge von bis zu 300 Metern haben kann. Die Bedeutung dessen liegt im Dunkeln, doch man weiß, dass die Urheber ein präkolumbisches Volk waren, das 200 Jahre v. Chr. lebte.

Die trockene, teils trostlos aussehende Umgebung begleitete uns bis an den Pazifik und auf der Halbinsel Paracas wurden unsere Augen wieder mit dem Beobachten vieler verschiedener Vögel belohnt.

Die sonstige landschaftliche Abwechslung auf der Panamericana hielt sich für uns bis hinter Lima in Grenzen. Nur die Gebiete, die bewässert werden, sehen nach „Leben“ aus, aber auch dort herrscht eine Eintönigkeit von Zuckerrohr- und Baumwollplantagen vor.

Und auf die Abwechslung, die sich dann in der Nähe der Küstenstadt Huacho für uns bot, hätten wir auch gerne verzichtet. Nach einem angeblichen Regelverstoß im Straßenverkehr hielt uns die Polizei an und forderte eine enorme Summe Strafe von uns. Da wir uns keines Fehlers bewusst waren, diskutierten wir ziemlich lange mit den beiden und nachdem wir (nach einer halben Stunde) noch nicht einmal dazu bereit waren, ihnen eine Tankfüllung zu zahlen, haben sie es endlich verstanden und uns weiterfahren lassen.

Noch in der Aufregung über die ganze unverschämte Situation, fuhr keine fünf Minuten später erneut ein Polizeiauto mit Blaulicht hinter uns her und warf uns vor, dass wir mit 90 km/h durch den Ort gefahren wären. Wie bitte? War wohl eine Polizeistreife, die es einfach mal probieren wollte, denn wir fahren selbst auf der Panamericana nicht schneller als 85 km/h! Na schön, erneute Diskussion mit viel Freundlichkeit und Höflichkeit und die beiden hatten es zum Glück schneller verstanden, dass wir auf keinen Fall ihr Auto voll tanken würden!

Helmie, Gonna und NinoNichts geht mehrWarten auf WeiterfahrtHernan zu BesuchKartoffeln auf 4050mHalbinsel ParacasLange Diskussion mit der PolizeiZuckerrohr

Ein Kommentar zu “„DANKE, DASS IHR PERU BEREIST “”

  1. Aritrurohig

    I have learned a lot from your post. I like it and I will do my best to put these ideas into action.

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