BESUCHERBERICHT III, TEIL A

Wir, die Eltern von Martina, haben uns das Gleichbehandlungsprinzip für unsere Kinder in der Erziehungsphase und in den folgenden Jahren als Maxime vorgenommen.

Zum 30. Geburtstag war Tanja, unsere ältere Tochter, mit Familie an den Weißenhäuserstrand zu einem Kurzurlaub gereist. Gisela hatte einen Überraschungsbesuch für die Gratulation geplant, der realisiert wurde und sehr gut angekommen war. Was lag näher, als Martina auch einen Besuch zum 30. anzukündigen. Das sie jedoch mit Mario irgendwo auf dem amerikanischen Kontinent unterwegs sein würde, hätte von uns beiden damals niemand gedacht. Nur die zwei hatten die Pläne längst in ihrem Hinterkopf!

Erste Überlegungen sahen Kalifornien als möglichen Gratulationsort vor. Das nun Costa Rica für den 11. Mai 2007 angesagt war, hängt u. a. mit dem bisherigen Reiseverlauf und dem Verschiffungstermin zusammen. Die Vision, dass wir von Hamburg mit einem Bananendampfer nach Kolumbien schippern und dann unseren Kindern von der Reling aus winken und zusehen, wie ihr „G“ verladen wird, wurde schnell von Gisela verneint. Sofort wurden Reisekataloge besorgt und eine zweite Variante entstand:15 Tage Rundreise durch Costa Rica mit geländegängigem Fahrzeug und anschließendem 14tägigen Badeurlaub an der Pazifikküste wurden gebucht.

Die Reisevorbereitungen liefen planmäßig und es entstanden keine Stresssituationen. Doch dann, am 09.05., genau 5 Stunden vor dem Abreisetermin, der Anruf von der Reiseagentur: „Herr Becker, es tut mir leid, ihr Flugzeug wird wegen einem technischen Problem nicht wie geplant um 23.50 Uhr starten, sondern voraussichtlich einen Tag später“. Die Agentur quartierte uns daraufhin für diese Verspätung im Sheraton-Hotel ein und wir fuhren trotzdem, wie geplant am 9.05. um 16.30 Uhr von zu Hause los. Tanja und die beiden Enkelkinder, Kim und Fina verabschiedeten uns am ICE-Bahnhof in Kassel-Wilhelmshöhe.

Um 11.00 Uhr am 10.05. startete dann unsere Boing 767 Richtung Westen. 10 Stunden Flug bis zum Zwischenstopp in Santo Domingo lagen vor uns. Mit Lesen, Essen und TV haben wir uns die Zeit vertrieben und es verblieb noch viel Zeit zum Dösen. Im Halbschlaf habe ich bei diesem Flug ganz intensiv die Gedanken um Martina und ihren bisherigen Lebensweg kreisen lassen. Ich erlebte eine Zeitreise in Bildern und Filmen von der Geburt über das Kleinkind, das Schulkind, die Urlaube, die Freundinnen, Krankheiten und Feste, Ausbildung, Umzüge und Reisen, Familie, Mario und Hochzeit. Die Fangruppe bei der Abreise am Rasthof Kassel mit ihren Fahnen und Transparenten, sowie die Verabschiedung im Hamburger Hafen und den tränenreichen Schlussakt im Musical „Mamma Mia“.

Beim Zwischenstopp in Santo Domingo blieben nur 30 Transferreisende im Flieger. Nach einer Stunde dann erneuter Start für 2,5 Stunden Flug bis San Jose. Jetzt waren neue Gedanken im Kopf: Werden Mario und Martina am Ausgang stehen, finden wir den Reiseleiter, kommen beide Koffer? Wenn nein, wie sehen dann die Alternativen aus? Reicht unser Englisch?

Nach pünktlicher Landung erfolgte dann Auschecken und auf die Koffer warten. Beide Koffer kamen an. Dann auf dem Weg zum Ausgang: „Dieter, ich habe sie gesehen“, ruft Gisela. Steine fallen vom Herzen, alles ist gut gegangen. Dann fliegen wir uns in die Arme, drücken uns; ein riesen HALLO! Auf beiden Seiten große Freude und Wiedersehen nach 8 langen Monaten.

Der Agent des Reiseveranstalters übergab uns die Unterlagen und besorgte ein Taxi. In einer Höllenfahrt ging es bei strömendem Regen im Konvoi zum Hotel. Wow, und was für eins! Gisela und ich bezogen eine Suite und die Kinder einen Stellplatz für den „G“ auf dem bewachten Parkplatz.In unserer Suite wurden dann alle Neuigkeiten ausgetauscht und Grüße überbracht. Es waren derer viel.

Der 11. Mai, 30. Geburtstag, begann für uns schon sehr früh. Gisela kramte die Mitbringsel und Geschenke aus den Gepäckstücken und stapelte sie auf den Geburtstagstisch. Dann Klopfzeichen: Martina und Mario standen vor der Tür!

Glückwünsche und Umarmen, Geschenke wurden überreicht. Das fürstliche, gemeinsame Frühstück dehnten wir bis 11.00 Uhr aus. Wir hatten ja noch so viel zu erzählen. Danach war dann die Übergabe des Daihatsu-Leihwagens und die Costa Rica-Rundreise begann.

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