BUENOS AIRES

Ob die Dame vom Zoll ebenso wenig Schlaf gehabt hatte wie wir oder ob sie mit dem falschen Bein aufgestanden war, trauten wir uns gar nicht zu fragen, aber diese Unfreundlichkeit musste irgendeinen Grund haben. Da fällt es schwer, freundlich zu bleiben und sich immer wieder sagen zu müssen, ich will etwas von ihr und sie könnte uns die Papiere auch ganz schnell verwehren…
Sehr anstrengend, aber wir waren erfolgreich und hatten nach zwanzig Mal hin-und-her-Fragerei die Einreiseformulare für´s Auto.
Der erste Kreis hatte sich geschlossen und wir waren wieder in der Hauptstadt Argentiniens. Noch vor drei Wochen hatten wir fluchtartig die Stadt verlassen, da wir nach der Schiffsreise erstmal ein bisschen auf dem Land unterwegs sein wollten, doch nun hatten wir Lust auf „Stadt“ und machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft.
Ich war froh, dass sich Mario hinters Steuer gesetzt hatte und uns wie ein Einheimischer vom Hafen aus durch den Berufsverkehr auf sechsspurigen Einbahnstraßen ins Stadtzentrum lenkte und manövrierte.
Ein bewachter Parkplatz war in der Nähe des Kongressplatzes schnell gefunden, doch die Suche für uns zwei Personen gestaltete sich etwas schwieriger. Wie uns in einem Hostel mitgeteilt wurde, fand gerade ein Kongress statt und genau das Viertel rund um den Platz war so gut wie ausgebucht. Doch Glück muss man haben und wir haben im „Hotel Plaza“, wenn auch nicht das „Erste“ am Platz, aber bestimmt das Günstigste noch ein Zimmer mit Bad erwischt. Und jeder von uns wohnte fast genauso teuer/billig wie unser G“ auf seinem Parkplatz!
Die zentrale Lage war genial und so konnten wir vieles erlaufen. Obwohl das Busnetz auch spitze ist und wir für weitere Strecken oder bei Konditionsproblemen auch mal darauf umgestiegen sind.
An geplante 4 bis 5 Tage haben wir immer noch mal einen Tag mehr drangehangen und es blieb spannend, wann wir uns von dieser tollen, interessanten Stadt letztendlich trennen würden…
Wie von vielen Plätzen dieser Erde sagt man auch von Buenos Aires, dass man die Stadt entweder liebt oder gerade wegen ihrer Größe hasst. Ersteres wäre etwas übertrieben, doch wir haben es genossen (auch als „Nichtstadtkinder“!), in der 13- Millionen-Stadt unterwegs zu sein und haben einen tollen Eindruck von Buenos Aires erhalten.
Und da wir an einem Donnerstag angekommen sind, haben wir unseren ersten Besichtigungspunkt auf den Plaza de Mayo gelegt. Dort nämlich demonstrieren seit der Hochphase der Militärdiktatur die „Madres de la Plaza de Mayo“ jeden Donnerstag und prangern das spurlose Verschwinden ihrer Kinder und Ehegatten an.
Und so haben wir nach und nach die Stadt besichtigt und sind alle möglichen Straßen und Ecken herum gelaufen. Im Zentrum, im Hafen, im Bankenviertel, in Recoleta, einem der reicheren Viertel von Buenos Aires, auf dessen sehenswertem Friedhof das Grab von Eva Perón (Evita) zu finden ist und in San Telmo und La Boca, zwei weiteren Vierteln der Stadt.

San Telmo haben wir unter anderem an einem Sonntag angeschaut, da dann in den Strassen und Gassen und besonders auf dem Plaza Dorrego die Künstler die Oberhand haben. Überall werden Darbietungen, ob Tango, Gesang, Pantomime oder Malerei gezeigt und es ist nett, sich treiben zu lassen und zu schauen.

Tango überall!!!Tango überall!!!Kleinkunst...!!!

Wir haben, um nach La Boca zu kommen, den Weg über den Parque Lezama gewählt, welcher eine heruntergekommene Grünanlage ist, aber anscheinend kleine Fußballtalente hervorbringt. Vielleicht hat dort ja auch Maradona begonnen? Zumindest im nahe gelegenen Stadion des Fußballclubs „Boca Juniors“, der „Bonbonera“ hat er gekickt. Ein Spiel konnten wir uns übrigens nicht ansehen, da Boca auswärts in Santa Fé gespielt hat.
Neben dem Stadion ist La Boca wegen seiner originellen Häuser berühmt. Diese sind aus Blech gebaut und wurden damals von den ärmeren italienischen Einwanderern, die sich dort ansiedelten, sehr bunt und dick mit Schiffslack bemalt. Klar, inzwischen ist alles schön für den Tourismus inszeniert, aber es gibt auch noch „normal“ bewohnte bunte Häuser. Aus La Boca stammt übrigens auch der Tango.

Parque Lezama, Bolzplatz fuer kleine FussballtalenteStadion Stadion Eines der Wahrzeichen der Stadt

Ein Kommentar zu “BUENOS AIRES”

  1. Harry

    Hallo M + M ,

    also die bunten Häuser sind ja wohl vom Allerfeinsten ! Tolle Anregung ! Da geh´ich doch gleich Morgen in den Baumarkt, Abteilung Farbe und…. 🙂
    Bitte weiter so anregend postive Fotos !!!

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