LA PAZ UND DIE YUNGAS

Aufgrund der starken Regenfälle in der letzten Zeit – ja, es ist Regenzeit in Bolivien! – konnten wir nicht wie geplant die kürzeste (Pisten-)Verbindung nach La Paz fahren, sondern mussten zurück über Potosí die Asphaltstraße nehmen. Besonders groß war der Umweg aber nicht und mit einer Übernachtung im Hochland kamen wir schließlich in La Paz an.

Zunächst fuhren wir durch die wuselige Oberstadt El Alto und hatten von dort einen tollen Blick auf die große Stadt, die wie in einem Talkessel vor uns lag. La Paz ist die größte und wichtigste Stadt Boliviens und zugleich der Regierungssitz des Landes. Mit 3600m ist sie eine der höchstgelegenen Großstädte der Welt und bietet kein besonders homogenes Stadtbild. An den Hängen befinden sich die Häuser und Hütten der ärmeren Bevölkerung und je tiefer man ins Tal kommt, zieren teils tolle Bauten und Hochhäuser der reicheren Bewohner das Straßenbild.

Der Weg einmal quer durch La Paz stand uns bevor und mit Hilfe des GPS und der Karten haben wir das gut und ohne Schrammen gemeistert. Erst nach und nach kamen wir hinter das Fahrsystem der Minibusse, Trufis und Taxen und wenn man sich deren Fahrweise anpasst, scheint es gut zu gehen. So jedenfalls bei uns und wir sind gegen Nachmittag im Hotel „Oberland“ angekommen. Dieses Hotel gehört einem Schweizer und ist der (!) Übernachtungsort für Reisende mit eigenem Fahrzeug. Abends hatten wir keine Lust mehr auf Stadt, Trubel und Ausgehen und saßen dafür gemütlich bei Lamasteak und Zürcher Geschnetzelten vorm Ofen des Hotelrestaurants und haben die nächsten Tage geplant.

Typisch, bolivianisches Dorf auf dem Weg nach La PazSchattenseiten am Stadtrand!!!Blick über La PazEine von vielen O-SaftverkäuferinnenKunsthandwerkgasseFondue-Abschlußessen

Gleich am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns wieder für ein paar Tage vom Hotel und starteten in Richtung der Yungas. Das sind tropische Täler am Ostrand der Cordillera Real und die Besonderheit ist, dass man innerhalb weniger Stunden einen 3000 m-Höhenunterschied mit verschiedensten Klima- und Vegetationszonen durchfährt. Und dass man die „gefährlichste Straße der Welt“ dazu befahren muss! Von La Paz aus steigt die Straße erst zum La Cumbre Pass auf 4650 Meter an, bevor es eine Abzweigung in die berühmt-berüchtigte „Todesstraße“ gibt.


Abzweigung deshalb, da seit drei Monaten eine neue, breite und asphaltierte Straße in die Yungas führt, an der Jahre lang gebaut wurde und zu unserem Glück diese nun von den LKW, Bussen und sonstigen Autos befahren wird. Trotzdem gilt auf der alten Straße weiterhin die Regel, dass der bergauf fahrende Verkehr Vorrang hat und rechts am Berg fährt. Wir als talwärts fahrendes Auto mussten links an der Schluchtkante fahren und hätten im Zweifelsfall Platz machen müssen. Wir waren sehr froh, dass uns an den heiklen Stellen kein Fahrzeug entgegen gekommen ist, da diese Stellen wirklich kaum breiter als unser „G“ waren und es mehrere hundert Meter senkrecht herunter ging. Die vielen Kreuze am Wegesrand haben wir irgendwie ignoriert, wussten jedoch aus dem Reiseführer, dass in der Vergangenheit jedes Jahr ca. 100 Menschen gestorben sind.

Schon bei der Passüberquerung am La Cumbre hat es in Strömen gegossen, sodass zahlreiche Wasserfälle unseren Weg säumten. Und auch zu Beginn der Yungatour hörte der Regen nicht auf. So hatten wir eine nicht allzu schöne Sicht ins Tal, doch nach einiger Zeit verschwanden die Regenwolken und wir hatten eine sagenhafte Aussicht. Bei der ganzen Aufregung aufgrund der Straße konnten wir diese genießen und waren überrascht, als sich große Farne mit tropischen Sträuchern und Bambus am Wegesrand abwechselten. Welch eine Augenweide nach dem einseitigen Hochland!

Nach 5 Stunden Fahrt erreichten wir die Puente Yolosa auf 1200 m und fuhren an der gegenüberliegenden Hangseite wieder auf 1750 m in den schön gelegenen Ort Coroico. Dort übernachteten wir im Hotel Esmeralda, Christoph in einem Zimmer und Mario und ich schliefen im Auto, und da sich am nächsten Morgen die Sonne in voller Stärke zeigte, entschieden wir uns spontan zu einem „Pool- und Relaxtag“ im Hotel.

Für die Rückfahrt nach La Paz wählten wir die neue Strecke und waren bald wieder im Hotel Oberland, wo wir vom hauseigenen Lama freudig begrüßt wurden! Gegen Nachmittag fuhren wir mit dem Bus in die Stadt und erkundeten diese im Zentrum.

Blick in die YungasLeider oft zu sehenUnter Wasserfällen ging es durchLinks die alte Piste, rechts die neue StrasseBlick auf CoroicoPlaza CoroicoErst Fotographiert, dann....... neugierig angeschaut!!!Blick aus Christoph's ZimmerHotelpool

FLIEGENDER WECHSEL

Obwohl wir kein Reiseunternehmen sind, sind die Nachfragen nach „Teilzeitglobetrotter“-Möglichkeiten laut geworden und so nahmen wir am 16. März unseren zweiten Besucher auf.

Am Morgen um 5.30 Uhr standen wir mehr oder weniger verschlafen am Flughafen von La Paz und freuten uns, als wir meinen Cousin Kai unter den anderen Fluggästen entdeckten. Nach einem guten Flug über Dallas und Miami ist er wohlbehalten in Bolivien gelandet und hat sich ebenfalls gefreut, uns als Willkommenskomitee zu erblicken.

Koisl

Mit ihm zusammen sind wir im Taxi zurück ins Hotel, haben erst einmal ausgiebig gefrühstückt und uns danach nochmals in die Stadt begeben. Am Abend wollten wir alle Ereignisse feiern, die drei in der Summe waren: Kai´s Ankunft, Christoph´s letzten Tag und unser sechsmonatiges Unterwegssein! Mit Käsefondue vor warmen Ofen in dem Hotelrestaurant ist uns dies auch gelungen!

Christoph mit Trolley

Das Aufstehen am nächsten Morgen fiel uns erneut schwer, da wir zum zweiten Mal zu früher Stunde am Flughafen sein mussten.

Diesmal, um Christoph zum Flieger zu bringen und ihn zu verabschieden. Wir haben ihn noch nie so aufgeregt gesehen und haben uns gefreut, dass er sich noch auf einem Kaffee zu uns gesetzt hat, bevor er gegen 8.30 Uhr Richtung Heimat los geflogen ist.

4 Kommentare zu “LA PAZ UND DIE YUNGAS”

  1. Christoph

    Ich hab Fernweh. Will nicht wieder arbeiten. Will wieder weg. Es war so schön mit euch. Schluchtz…..

  2. Martina Mario

    Wir vermissen dich auch!!!

  3. Olli

    Junge Junge, wenn das Luise liest! „Gefährlichste Strasse der Welt“. Dann könnt ihr den Koisl aber gleich wieder nach Hause schicken. Viel zu gefährlich! Und ich darf mit ihm nicht mal zum Tauchen nach Ägypten. Luise, falls du das liest: Die Strasse heißt nur so, soo gefährlich ist die gar nicht! 😉 Und außerdem war der Kai da ja noch gar nicht da. Hoffe ich. Oder?!
    Was soll ich sagen: super Berichte und die geilsten Bilder der Welt, aber da erzähle ich euch ja nichts neues…

  4. martinamario

    Keine Angst Luise.
    Kai war nicht mit dabei.

    Aber damit ihr sehen könnt, wie es einmal war.

    Einfach hier reinschauen.

    http://www.viermalvier.de/forum_php/showflat.php?Cat=0&Board=travel&Number=378653&page=0&fpart=all

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