COASTLINE

martinamario am 24. August 2016 um 20:35

Ein ausgiebiges leckeres Frühstück bei Jill und Eric ließ den Tag gut beginnen und wir verabschiedeten uns von ihnen und Portland im Laufe des Vormittags. Außer dem Mercedes G (!) ließen wir die Kraxe dort und Eric wollte versuchen, sie für uns zu verkaufen. Nur einmal war sie in Gebrauch und Carla erklärte selbst ganz richtig, dass sie ja zu groß für die Kindertrage wäre. Und fügte stolz hinzu, wie gut sie wandern könne. Aha.
Die Fahrt führte uns zur Küste Oregons und in Tillamook erreichten wir sie. Der Ort ist bekannt für seine Cheese-Factory, doch Carla wollte als „Nicht-Käse-Esserin“ partout nicht dorthin. Dass außerdem noch Eiscreme hergestellt wird, war ihr egal… Für den Rest der Familie war der Besuch auch nicht so wichtig, denn wir wollten an das Meer. Und dieses hatten wir die nächsten 350 Meilen rechts von uns liegen. Das Meer und seine Bewohner: eines Morgens beim Frühstück erblickten wir sogar einen Grauwal!
In Waldport blieben wir für zwei Tage auf einem Campingplatz und badeten, spielten ausführlich auf dem Spielplatz und in den Dünen, grillten, wuschen Wäsche usw.. Und führten interessante Reise-und-über-Gott-und-die-Welt-Gespräche. Quasi von Camper zu Camper mit dem Unterschied, dass die meisten Camper dort mit den riesigen RV´s (Wohnmobile so groß wie Busse) unterwegs sind und wir im Gegensatz dazu ein Minifahrzeug haben.



Lediglich von Newport aus unternahmen wir einen Abstecher ins Landesinnere. Dort wollten wir Wein eines Winzers kaufen, den wir in 2007 kennengelernt hatten. Leider trafen wir niemanden auf dem Weingut an, doch in der nahe gelegenen Stadt Corvallis wurden wir im „Market of Choice“ fündig und gönnten uns eine Flasche. Den Besuch in Corvallis dehnten wir noch auf den nächsten Tag aus und gingen ins Schwimmbad. Denn kaum, dass wir uns 30 Meilen von der Küste entfernt hatten, stieg die Temperatur von angenehmen 25 Grad Celsius auf 36 Grad im Landesinneren an. Das Schwimmbad kam uns daher gelegen und wir planschten, rutschten und schwammen ein paar Stunden mit gefühlten 250 anderen Badegästen im kühlen Nass. Wie gesagt, es war heiß!



Ganz anders im Vergleich zur Küste. Als wir diese nach unserem Abstecher wieder erreichten, war es neblig und angenehm in der Temperatur. An dem einem Ort war es so stürmisch, dass der Sand uns am Strand ordentlich piekste oder an einem anderen Ort schön wärmte, als wir uns einbuddelten. So unterschiedlich wie die Temperaturen, bzw. Wetterlagen sind, sieht auch die Küste aus: tolle Sandstrände wechseln sich mit steilen Klippen ab oder mit felsigen Buchten.

Ein Wal zum FrühstückDas Inn hat mal bessere Zeiten erlebtDie kleinsteHafeneinfahrtSalzwasserduscheErste Hilfe von der RangerinGlasbläser bei der Arbeit

Eine Überraschung für die Kinder, besonders Henning, gab es, als wir beschlossen in einen Dino-Park zu gehen. Wir versprachen uns mehr davon, aber die Kinder waren von dem kleinen Rundgang mit den Dinos begeistert. Für die 40 Dollar Eintrittsgeld gingen wir noch eine zweite Runde!

Überraschend war auch eine Aussage in Brookings auf dem Campingplatz: der Aufenthalt war nur Campingmobilen gestattet, die nicht älter als 10 Jahre sind. Aber da unser Camper in einem guten Zustand sei, durften wir einchecken!!! Na bravo, wir sind Baujahr 1992! Henning fand den Platz spitze, da er komplett betoniert und geteert war und er super Roller fahren konnte. Das war bestimmt verboten… Egal, da hat er den Laden mal aufgemischt!



Der Küstenstraße folgend befanden wir uns bald in Kalifornien und hatten dort die großen Redwood Bäume als Ziel. Lange mussten wir nicht suchen und fuhren in Crescent City einen Abstecher zum Humboldt Nationalpark, wo wir über die großen Baumriesen staunten. Eine Wanderung brachte uns noch näher an sie heran und wir ließen die Größe auf uns wirken.

Eher zufällig, da wir einen Platz für die Nacht suchten, fuhren wir in Richtung Ferndale und freuten uns am nächsten Morgen über einen Bummel in dem schönen viktorianischen Städtchen. Wir kehrten zum 2. Frühstück ein und ließen uns Pancake, Sandwich und Omelette in einem Restaurant mit der Einrichtung von 1965 schmecken.

Das nächste Ziel war kein Zufälliges, sondern eine Einladung nach Mendocino. Dort besitzen Opa Bill und Oma Donna ((!) die Nachbarn von Alan und Laurie) ein Ferienhaus und zusammen mit Alan, Laurie und Mark verbrachten wir alle das Wochenende dort.



Die Tage waren mit Erzählen, Essen, Spielen usw. gefüllt und auch mit dem Anschauen des Künstlerortes Mendocino. Ein Ausflug zum nahegelegenen Lighthouse am Cape Caprillo und nach Fort Bragg und dem Glas-Strand (um 1900 kippten sie ihren Müll über die Klippen in den Ozean und an dieser Stelle wurden die kaputten Flaschen vom Meer rund gewaschen, sodass zahlreiche Scherben noch heute den Strand säumen) rundete das Sightseeing-Programm ab. Und die Tage wurden mit Olympia abgerundet: ab 20 Uhr saßen wir alle vor dem Fernseher und verfolgten die Staffelläufe der schnellsten Damen und Herren der Welt. Bei Wein, Bier, Saft und Chips!!!

Bill und DonnaKindertischMendocinoBiscuitGlasbeach

DREI STÄDTE UND EIN BERG

martinamario am 17. August 2016 um 21:22

Stadt Nummer 1: Vancouver

Mit dem Camper fuhren wir nicht in die Stadt hinein, sondern hatten uns schon vorher entschieden, North Vancouver als Basis zu benutzen. Dort fanden wir einen schönen Spielplatz (!) mit entsprechender Übernachtungs-Parkmöglichkeit. Der Deal mit unseren Kindern hieß „zwei Stunden Spielplatz gegen einen Tag Stadtbesichtigung“… Nein, nein, solche Verabredungen sind gar nicht nötig, denn die beiden machen auch ohne Verhandlungen alles gut mit und sind außerdem gespannt, was es in den Städten so alles zu entdecken gibt. Zudem es an solchen Tagen meist Fast Food mit Sprite oder Fanta gibt!!!
Vom Longsdale Quay in North Vancouver nutzten wir den SeaBus, um nach Downtown Vancouver zu fahren. Dieser fährt 12 Minuten über das Burrard Inlet und bietet bereits einen tollen Blick auf die Skyline. Wir waren überrascht, wie gut dieses Wassertransportmittel angenommen wird, immerhin war es Sonntag Vormittag! Beim näheren Beobachten der Mitfahrenden erblickten wir teils bunte Verkleidungen, Blumen und angemalte Gesichter- alles in den Regenbogenfarben der Homosexuellenbewegung. Was war wohl los in Vancouver? Eine Parade mit dem Thema: „Proud to be…“ sollte uns erwarten! Nach einem kurzen Spaziergang auf der Uferpromenade, bogen wir in Richtung der Innenstadt ab. Die Orientierung war aufgrund der Straßenanordnung im Schachbrettmuster sowieso recht einfach, doch nun brauchten wir einfach nur den Massen zu folgen. Und schon standen wir am Straßenrand um den vorbeiziehenden Fußgruppen und Wagen zuzuschauen. Was für eine riesige Party! Für Henning und Carla war es auch ein großes Fest, denn von Sonnenbrillen über Wasserbälle bis Glitzerketten wurden zahlreiche Dinge verteilt, die unseren Rucksack ordentlich füllten. Die Schnucketüte (nordhessisch für Süßigkeiten), die von der Parade zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli gerade aufgefuttert war, war nach dieser Parade übrigens wieder doppelt so voll!
Nach diesem Erlebnis schlenderten wir noch etwas durch die Stadt und fuhren am Abend mit dem Katamaran des SeaBus wieder zurück in unser „Quartier“. Seltsamerweise waren die Kinder noch nicht müde, um nicht noch eine Runde auf dem Spielplatz zu spielen. Im Gegensatz zu Mario und mir!

HorshoebayBeute des Tages

Die Zeit in Kanada ging zu Ende und der Grenzübergang zurück in die USA kam so schnell (!), dass wir gar nicht mehr unser restliches Obst und Gemüse aufessen konnten. Schade, irgendwie falsch geplant, denn alle frischen und tierischen Lebensmittel, die nicht ihre Herkunft in den USA haben, dürfen nicht eingeführt werden. Ein paar Äpfel, Kartoffeln und Limetten wurden ohne unser Beisein beim Inspizieren des Campers aussortiert, doch das Feuerholz, die angefangene Packung Schinken und Käse durfte mitgenommen werden. Die Grenzbeamten waren alle sehr freundlich und der Erste von ihnen wurde nicht müde, uns von seiner Zeit beim Militär in Fulda und Schweinfurth zu erzählen.


Stadt Nummer 2: Seattle

Die Interstate #5 wurde immer größer und aus zwei Fahrspuren wurden nach und nach fünf bis sechs Spuren. Das bedeutete, daß die nächste Stadt, die wir besichtigen wollten immer näher kam! Wir fassten den Plan, diesmal direkt nach Downtown zu fahren: Downtown Seattle.
Der Bericht von 2007 heißt auf unserer Website „Schlaflos in Seattle“, da wir damals mit Sterling (eine Reisebekanntschaft von Island 2001) ein wenig das Nachtleben erkundet haben. Diesmal könnte der Titel „Parkplatzlos in Seattle“ lauten und Sterling wäre wieder beteiligt gewesen. Zumindest indirekt. Denn obwohl er zur Zeit nicht zu Hause war und es auch bedauert hat, dass er uns nicht willkommen heißen konnte, hatten wir uns einen Parkplatz bei ihm vor dem Haus erhofft. Doch inzwischen standen auch in seinem Viertel Verbots- und 2-Stunden-Parkschilder, sodass wir nach mehreren Runden die Suche dort aufgaben.
In Chinatown wurden wir schließlich fündig und begrüßten es, dass neben den ausgewiesenen „small car“ Parkplätzen auch ein paar für die Größe unseres Campers bereitstanden. Auf Small Car trifft in den USA aber immer noch die Größe eines BMW Kombi zu! Vom Hunger getrieben gab es diesmal kein Fast Food einer bekannten Kette, sondern lecker Nudeln mit Gemüse und Fleisch im Chinarestaurant. Mit Fanta und Sprite, natürlich!
Anschließend suchten wir den Columbia Tower auf, da man dort in der 40. Etage bei Starbucks Kaffee trinken kann. Höher ging es in dem Hochhaus natürlich noch, doch der Überblick von dieser Höhe war auch schon super. Vor allem auch der Blick auf die gegenüberliegende Baustelle, ebenfalls im 40. Stock!



Und Starbucks gehört zu Seattle: 1971 eröffnete am Pike Place der Originalladen, der heutzutage in Asien und Europa genauso bekannt ist, wie in Amerika.



Der wuselige und quirlige Pike Place Market war dann unser nächstes Ziel und wir ließen uns durch die Marktstände treiben. So auch durch die weiteren Straßen von Downtown bis wir zurück am Camper waren. Der Tag war lang und anstrengend gewesen und so suchten wir den nächsten Walmart in Federal Way zum Übernachten auf und es bedurfte diesmal keiner weiteren Spielzeit bis die Kinder im Alkoven die Augen schlossen.

Das Haus von SterlingModerner ParkautomatChinatownBaustelle im 40. StockKonrad von Seattle

Der Berg: Mount Rainier



Nach den Stadttagen sehnten wir uns wieder nach Natur und entschieden in den Mount Rainier Nationalpark zu fahren. Dieser von Gletschern bedeckte Gipfel des Mount Rainier ist mit 4392 Meter der siebthöchste Berg der USA und sah im Sonnenschein mit blauen Himmel einfach beeindruckend schön aus. Nach der Ankunft am Spätnachmittag war es für eine Wanderung zu spät und so konzentrierten wir uns auf unser Grillen! Lecker, vor so einer Kulisse. Dafür haben wir am nächsten Morgen die Wanderschuhe geschnürt und sind einen kleinen Trail gegangen. Inmitten vieler Wildblumen in den herrlichsten Farben genossen wir den Ausblick auf das schneebedeckte Wahrzeichen von Washington State.

Kleine ReparaturDie typischen Kaffeehäuschen

Stadt Nummer3: Portland



Laut Reiseführer ist Portland eine der neuen „IN“-Städte der USA und besitzt eine blühende Kunst-, Restaurant-, Kaffee- und Kneipenszene. Das war für uns allerdings nicht der Grund für das Aufsuchen der Stadt. Wir folgten einer Einladung. Im Frühjahr diesen Jahres hatten wir Eric und Jill einen Mercedes G vermittelt und in die USA verschifft. Die beiden kannten wir bis dato nicht persönlich, sondern hatten den Kontakt über Alan erhalten. Eigentlich zur Suche eines Campers, als wir noch Nachforschungen betrieben. Die beiden Mercedes G und VW-Bulli-Fans mit ihren drei Jungs luden uns also zu sich nach Portland ein und „here we are“! Der G war auch seit einer Woche da, denn nach seiner Ankunft musste er in einer Werkstatt zunächst auf die amerikanischen Normen und Meilentacho umgerüstet werden. Jetzt war er angemeldet und Eric war sichtlich zufrieden und glücklich mit dem Kauf. Und wir freuten uns für ihn!
Wir freuten uns außerdem, mal wieder in richtigen Betten zu schlafen und schlugen das Angebot nicht aus, für das Besuchswochenende im Haus unter zu kommen. Am Samstag erkundeten wir Portland und empfanden die Atmosphäre dort als sehr angenehm. Der Farmers Market, eine überschaubare Innenstadt, die riesige Buchhandlung Powell´s und das Flanieren am Willamette River gehörten zum Tagesprogramm. Am Spätnachmittag holte uns Eric wieder ab und eröffnete uns, dass es kein Dinner zu Hause gäbe, sondern wir zu einer Party eingeladen wären. Jill und Eric hatten den halben Tag schon bei dem Sommerfest verbracht und sollten uns auf jeden Fall mitbringen. Von uns aus gerne und so verbrachten wir den Abend bei dem Chef von Jill im Haus am See mit eigenem Anlegesteg, Motorboot und allem drum und dran. Kinder waren leider keine mehr da, aber Henning und Carla wussten sich mit den ganzen Schwimmutensilien auch auf dem Rasen zu beschäftigen und feierten ihre eigene Party.

Konrad von Portland

VANCOUVER ISLAND

martinamario am 10. August 2016 um 20:53

Eine Woche haben wir uns Zeit genommen, die größte Pazifikinsel vor der nordamerikanischen Westküste zu erkunden. Die Woche war auch notwendig, denn immerhin beträgt die Nord-Südausdehnung 500 km und die Fläche ist mit ca. 31.000 km² vergleichbar groß mit Belgien. Und es ist eine wunderbare Insel- soviel schon jetzt!


Port Hardy, unseren Ankunftshafen, nutzten wir lediglich zum Tanken und sind entlang der #19 über Port McNeill nach Telegraph Cove gefahren. Errichtet wurde der Ort damals als Endstation der Telegrafenleitung von Victoria (Hauptstadt von British Columbia, im Süden von Vancouver Island) und besteht aus ein paar Häusern auf Holzpfählen. Dieses „Boardwalk Village“ ist heute touristisch erschlossen und ist einer der Hauptausgangspunkte für Walbeobachtungstouren. Wir erhofften uns von Land aus die großen Meeressäuger zu entdecken, doch leider ohne Erfolg. Dafür genossen wir das schöne Wetter, die nette Atmosphäre im Ort und trafen Karo wieder, mit der wir  schon in Prince Rupert Kontakt hatten und zusammen die Inside Passage gefahren sind.

In Sayward, immer noch an der Ostseite der Insel unterwegs,  schauten wir den „Holzrückern“ im Wasser zu und waren von der Schnelligkeit und Wendigkeit der Wasserfahrzeuge überrascht. Carla war der Meinung, dass sie Wasserballett tanzen würden! In unserer Mittagspause kamen wir ins Gespräch mit einem Ehepaar aus Port McNeill, die in den 50er Jahren aus Deutschland nach Kanada ausgewandert sind. Zum Leben, zur Insel und zur Politik in den USA (!) gab es interessante Dinge zu hören und zum Abschluß gaben sie uns den Tipp in Parksville zu stoppen. Dort würde zur Zeit ein Sandburgen-Festival stattfinden.

Treffen mit KaroTotemBreakedancer

Warum nicht? Am nächsten Tag suchten wir also diese Veranstaltung auf und gaben die Abstimmungscoins für unsere Favoriten ab. Wirklich faszinierende Sandskulpturen standen unter der Aufsicht von vielen ehrenamtlichen Helfern am Strand und wurden von zahlreichen Besuchern bestaunt. Nach dem Rundgang wollten wir noch baden, doch die Ebbe machte uns einen Strich durch die Rechnung. Zunächst mussten wir weit zum Wasser laufen und dann noch einmal ewig, bis das Wasser wenigstens bis zur Kniekehle reichte. Da hatte Henning doch mehr Spaß beim anschließenden Spielen und Abkühlen im Spraypark. Dem Rest der Familie hat der schattige Platz daneben gereicht! Außerdem ist Henning inzwischen begeisterter Rollerfahrer geworden und wenn wir eine Skaterbahn entdecken, muss er eine Runde drehen und Tricks üben. Inmitten der anderen Skater, Rollerfahrer und BMXler macht er seine Sache gut und ist voll akzeptiert auf der jeweiligen Anlage. So auch in Parksville. Gelegentlich findet Carla ebenfalls Gefallen am Rollerfahren und wird dann von ihrem Bruder in die „Bahn“ geleitet. Herrlich.

Ins Wasser konnten wir schließlich alle auf unserem weiteren Weg an die Westküste einmal quer durch Vancouver Island. Denn an einem wunderschönen See fanden wir ein Plätzchen zum Baden, Grillen, Übernachten und Floß bauen. Das war ein Spaß! Aus entsprechenden Treibholzstämmen zimmerten wir ein kleines Floß zusammen und Henning und Carla waren aus dem kalten Wasser gar nicht mehr heraus zu bekommen.

Die weitere Route führte uns über Port Alberni, das selbsternannte „Tor zum Pazifik“ oder auch wie die Hälfte von Vancouver Island „Lachshauptstadt der Welt“ und durch Waldgebiete mit bis zu 70 Meter hohen, 2 Meter dicken und 1000 Jahre alten Douglasien an die Westküste zum Pacific Rim National Park. Dieser ist eine Mischung aus Bergen, wilden Stränden und küstennahen Regenwäldern. Und der „Broken Group Island“, hunderte kleiner Inseln, die nur über das Wasser zu erreichen sind.

Parken in Port Alberni

Durch den nördlich gelegenen Ort Tofino unternahmen wir einen kleinen Spaziergang, doch wir empfanden es als zu überlaufen und voll. Da fühlten wir uns am Strand sehr viel wohler und legten einen Strandtag am Long Beach ein.  Mit Spaziergang, Surfer beobachten und Sandburgen bauen verging die Zeit wie im Flug.

In unseren Köpfen spukten noch immer die Wale herum… Klar, wir befanden uns ja auch im „Walgebiet“ und sie begegneten einem überall in der touristischen Vermarktung! Aber wenn nicht hier, wo sollten wir sonst so gut diese faszinierenden Tiere beobachten?! Noch einmal näher als von der großen Fähre? Also begaben wir uns am Nachmittag in den Ort Ucluelet und fanden zu unserer Freude tatsächlich noch vier Plätze auf einem der Boote für den nächsten Tag. Allerdings mussten wir zunächst zur Größensichtung kommen, da in der Regel nur Kinder ab 6 Jahre im Zodiac mitgenommen wurden. Aber kein Problem, denn die am Morgen gekauften Kleinkindwesten passten perfekt und mit unseren Matschsachen (zum ersten Mal auf der Reise) waren Henning und Carla ebenfalls bestens ausgestattet.  Um 14.00 Uhr ging es los und um 14.20 Uhr haben wir nach einer kurzen rasanten Fahrt aufs offene Meer die ersten Buckelwale entdeckt. Unsere Guide Rachel konnte es selbst kaum glauben und freute sich tierisch, dass wir das erste Boot waren. Unter Kollegen gab sie den Standort per Funk aber preis! Doch das sollte uns egal sein, denn wir waren mit Beobachten und Staunen beschäftigt  und freuten uns, die Mama mit ihrem Kalb zu sehen. Toll!

BoldeagelDas altmen des Wals

Auf dem Campingplatz in Ucluelet machten wir verschiedene Bekanntschaften: Henning spielte mit den holländischen Nachbarjungs wortlos Fußball und wir unterhielten uns mit Ralf beim Frühstück. Er ist mit Motorrad unterwegs und an dieser Stelle dürfen wir eigentlich nicht die Wale erwähnen, stimmt es, Ralf? Oder die Bären?!!

Auf dem Weg zurück an die Ostküste der Insel entdeckten wir einen wunderschönen Platz am Fluß und Henning wurde nicht müde, Tarzan zu spielen. Leider riß die Liane (ok, das Seil), als auch Mario den Dschungelmann mimte und vorbei war es mit dem lustigen Spiel.

Etwas anderes, viel wichtigeres gab dann auch noch seinen Geist auf und zwar die Lichtmaschine unseres Trucks. Zum Glück waren wir bereits in Stadtnähe zurück in Port Alberni, aber der dumme Zufall wollte es, daß an diesem Wochenende „British Columbia Days“ waren. Das hieß langes Wochenende mit freiem Montag. Es war zwar erst Freitag, aber viele Geschäfte und Werkstätten hatten bereits ihre Mechaniker ins Wochenende entlassen. Nicht so „Clydesdale Automotive“, die unser Problem schnell diagnostizierten, eine neue Lima heranschafften und um 14.30 Uhr den Einbau starteten. Wir verbrachten eine Stunde auf dem in der Nachbarschaft liegenden Spraypark, welches bei der Hitze nicht der schlechteste Platz zum Warten war. Aber das Beste war die prompte Hilfe, trotz Feierabend, BC Days und zahlreicher anderer Terminaufträge, die auf dem Hof standen. Wir bedankten uns ausgiebig und düsten (!) mit neuer Energie vom Hof.

Der Insel sagten wir schließlich in Nanaimo „Good bye“, denn von dort setzten wir auf das Festland über und waren 1 ½ Stunden später in Horseshoe Bay, im Norden von Vancouver angekommen.

Die MorgenwäschePapa hälts nicht ausDie neue LichtmaschineGegenfähreVancuverHorseshuhbay